Tschechien

Die Situation im Land
 

tschechIn Tschechien gibt es zahlreiche umherziehende oder verlassene Hunde und Katzen. Die Menschen haben sich allmählich daran gewöhnt, die für sie lästig gewordenen Tiere in die Tierheime zu bringen oder sie irgendwo auszusetzen. Die Tiere werden von einem städtischen Hundefänger oder dazu ausgebildeten Mitarbeitern der Tierheime oder Polizisten eingefangen. Innerhalb der Städte gibt es auch Sammelstellen für diese Tiere. Dabei handelt es sich um Fangzwinger, die für eine langfristige Haltung ungeeignet sind, weswegen die Tiere dort in der Regel nur solange gehalten werden, bis sich der Besitzer meldet oder das Tier in ein Tierheim überstellt wird. Eine Gemeinde ist verpflichtet, ein gefundenes Tier für eine Dauer von einem halben Jahr als Fundsache zu betreuen. Nach Ablauf dieser Zeit wird das Tier zum Eigentum der Gemeinde.
 
In vielen privaten Tierheimen gibt es Zwinger für Quarantäne sowie welche für die Vermittlung. Die Vermittlungsquote ist jedoch sehr gering, was sich zum einen dadurch erklären lässt, dass viele von ihnen sehr abgeschieden liegen, und zum anderen dadurch, dass überall eine Flut von neugeborenen Hunden und Katzen billig angeboten wird. Offiziell werden in den städtischen Tierheimen nur ernsthaft erkrankte Tiere eingeschläfert, und zwar durch einen Tierarzt. Gesunde Hunde dagegen werden offiziell nicht getötet. Da die Zahl ausgesetzter Hunde aber ständig ansteigt und die Tierheime bereits völlig überfüllt sind, sind erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Behauptungen angebracht.
 
Freilebende Katzen werden nur in einigen aufgeklärten Gemeinden kastriert. Bei Hunden in Tierheimen werden Kastrationen nur auf Wunsch eines Interessenten durchgeführt. In vielen Tierheimen wird die Vermehrung von Hunden hauptsächlich durch die Trennung von Rüden und läufigen Weibchen verhindert, was aber nicht immer gelingt. Besitzer von Hunden und Katzen sind im allgemeinen nicht bereit, ihre Vierbeiner einer Kastration zu unterziehen. Eine Reihe von Hündinnen kommt auch bereits gedeckt in ein Tierheim und bringt ihre Jungen erst dort zur Welt.

1In den Tierheimen findet man auffällig viele reinrassige, aber ältere Hunde, die dort von ihrem Besitzer abgegeben und an „Hobbyzüchter“ weiterverkauft werden, die dabei sowohl im eigenen Land als auch in Deutschland und Österreich Millionen von Euros verdienen.Hunde, die nicht verkauft werden konnten und meistens ungeimpft und krank sind, werden dabei häufig einfach ausgesetzt. Von solchen Vorgehensweisen tschechischer Hundezüchter in einem Waldviertel in Österreich berichteten österreichische Medien Ende 2007. Die tschechische Regierung hat bisher weder Schritte unternommen, um der Billigzucht und dem Hundehandel entgegenzuwirken noch Bemühungen gezeigt, Kastrationen in ihr „Animal Welfare Program“ aufzunehmen.