Dänemark

Die Situation der Heimtiere in Dänemark

Es ist generell erlaubt, Tiere ohne medizinischen Grund einzuschläfern

dan1Das Königreich Dänemark liegt zwischen der Skandinavischen Halbinsel und Mitteleuropa. Ungefähr ein Drittel des Staatsgebiets verteilt sich auf insgesamt 443 Inseln. Dänemark gehört mit seinen rund 5,5 Mio Einwohner seit 1973 zur EU. Neben dem Kernstaatsgebiet gehören die innenpolitisch autonomen Gebiete Grönland und die Färöer zum Königreich Dänemark und zur NATO, jedoch nicht zur EU. Beide Gebiete führen eigene Flaggen und haben eigene Amtssprachen. Die einzige Landesgrenze hat Dänemark zu Deutschland.
Dänemark gilt als Hundefreundliches Reiseland, das gerade deswegen von vielen Hundebesitzern bereist wird. Allerdings liegt die Tücke hier im Detail. Es ist generell erlaubt, Tiere ohne medizinischen Grund einzuschläfern. Diese Möglichkeit nutzen auch die Behörden wenn es um Fundtiere oder Kampfhundrassen geht.

dan2Wird ein streunendes Tier in Dänemark gefunden, wird das Fundtier auf eventuelle Markierungen (Tätowierung, Chip, Halsband) untersucht um gegebenenfalls den Besitzer zu ermitteln. Ist dies erfolglos, wird in der lokalen Presse eine Suchanzeige geschaltet. Zwischenzeitlich wird das Tier in einem privaten Pflegestelle unterbracht und versorgt. Gesetzlich gesichert ist diese Versorgung allerdings nur für drei Tage, gemäß § 3 des Hundegesetzes (Nr. 164). Wird in dieser Zeit kein Besitzer gefunden, wird das Tier in ein privates Tierheim gebracht (falls dies es annimmt), oder aber eingeschläfert. Da die Tierheime alle privat sind und nicht staatlich gefördert werden, können sie in der Regel nur eine sehr begrenzte Anzahl von Tieren annehmen. Natürlich wird hier den "leicht vermittelbaren" Tieren, sprich den Hübschen, den Rassetieren und den Welpen der Vorzug gegeben. Alte, "hässliche" und/oder kranke Tiere werden eingeschläfert.

Darüber hinaus hat Dänemark seit 2010 neue gesetzliche Bestimmungen, die Haltung, Zucht und Einfuhr von 13 so genannten Kampfhundrassen verbieten, soweit diese nach dem 01.07.2010 erfolgt ist. Dies gilt auch für Touristen, die mit einem Hund oder Mischling dieser 13 Rassen einreisen wollen. Seitdem dürfen Hunde dieser Rassen selbst von Tierheimen nicht mehr vermittelt werden. Die Zukunft für Hundewelpen, Fundhunde oder Straßenhunde dieser Rassen ist demnach die Einschläferung.

Fazit:
So modern Dänemark in vielen Dingen sein mag - sei es sozialpädagogisch, oder auch im Einkaufen von Lebensmittel (die Dänen geben doppelt so viel Geld für Biolebensmittel im Monat aus als Deutschland) - desto erschreckender ist der Umgang mit unbequemen Tieren.