Griechenland - Griechenland und sein Tierschutzgesetz

Griechenland und sein Tierschutzgesetz


recht© Thorben Wengert / PIXELIOIn Griechenland besteht nach wie vor ein großes Problem mit den Straßentieren. Da die wenigsten Tiere kastriert werden, wächst die Population stetig und die Behörden, die eigentlich für die Durchsetzung des grundsätzlich ausreichenden Tierschutzgesetzes zuständig sind, kommen Ihrer Verantwortung nicht nach.

Bei Anwendung des Gesetzes dürfte es - keine vergifteten Tiere in Griechenland geben - keine Tonnenhunde gehalten werden - keine Welpen in Mülltonnen geben - keine angeschossenen oder anders verstümmelten Tiere geben - nicht an Tierheimen mangeln - keine Hunde an kurzen Ketten, angebunden auf befahrenen Straßen, geben, die zum Teil jahrelang nicht einmal mehr als zwei Meter gelaufen sind und deren Halsbänder in den Hals eingewachsen sind.

All das gehört aber hier in Griechenland zum Alltag und nur sehr selten und wenn ein Täter erwischt wird, wird die Tierquälerei sanktioniert.

Das Tierschutzgesetz hat folgende Mankos:

  • Das Tier wird in Griechenland nach wie vor als Sache behandelt.
     
  • Ein Anspruch des Bürgers auf Durchsetzung der Anforderungen wird nicht eingerichtet, denn nach dem Gesetz muss jede Gemeinde ein Tierheim haben, aber es gibt nur ganz vereinzelt Tierheime, die dann meistens von privaten Organisationen oft illegal geleitet werden.
     
  • Es konzentriert sich eher auf Maßregeln der Tierhalter (maximal zwei Tiere, Hygienebestimmungen usw.), als auf den Schutz der Tiere selbst.
     
  • Es regelt beispielsweise, welche Behörde verantwortlich ist, die toten, überfahrenen Tiere von der Straße aufzusammeln, fordert aber nicht, ein angefahrenes Tier zum Tierarzt zu bringen.


Dazu kommt, dass die Gesellschaft nach wie vor die Tiere als Nutzgegenstände betrachtet und eine Partnerschaft zwischen Tier und Mensch verkannt wird. Die Strafverfolgungsbehörden halten Anzeigen gegen Verstöße des Tierschutzgesetzes für Hysterien und nehmen oft Anzeigen nicht an.

Die Behörden berufen sich auf mangelnde Finanzierungsmöglichkeiten, obwohl zugestanden wird, dass Gelder der Europäischen Gemeinschaft eigens für den Tierschutz von Straßentieren ausgeschüttet werden, die aber in den zuständigen Gemeinden nicht ankommen oder anderweitig verbraucht werden. Die vielen ausländischen Tierschutzorganisationen werden angegriffen und die Arbeit dieser Tierschützer wird schier unmöglich gemacht. Ausländische Tierärzte dürfen nicht in Griechenland tätig sein, die Umsetzung der entsprechenden Richtlinie ist außer Kraft gesetzt worden, so dass ein Tierarzt seine Zulassung nicht nachweisen kann und zum Teil sogar angezeigt wird, wegen Besitzes von unerlaubten Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Da die ausländische Hilfe abgelehnt wird (hauptsächlich von der griechischen Tierärztekammer und dem Argrarministerium), werden die Tiere selten kastriert und eine Problemlösung ist nicht in Sicht.

Ein Anfang kann in Griechenland nur für die Tiere gemacht werden, wenn den immer mehr umdenkenden Bürgern ein Instrument in die Hand gegeben wird, beispielsweise durch ein Europäisches Tierschutzgesetz, damit der bereits gesetzlich geregelte Tierschutz durchgesetzt werden kann.

Die Kinder müssen in den Schulen bereits lernen, dass Hunde keine Bakterienschleuder sind oder Katzen Unglück bringen, dass jedes Lebewesen ein Empfinden für Schmerz hat, dass jedes Straßentier ein zu Hause verdient hat und dass Kastrationen bei Problemen wie in Griechenland die einzige sinnvolle Hilfe sein können. Denn Tierschutz muss in Europa ein Recht für Mensch und Tiere sein und nicht mehr die bloße Möglichkeit, ein Tier retten zu können.