Griechenland

Das Tierelend in Griechenland

 

33 2In Griechenland besteht zwar ein (durchaus gutes) Tierschutzgesetz, jedoch hat sich bis heute weder im Schulunterricht noch im Alltag der Griechen der Tierschutzgedanke etabliert – im Gegenteil, der Straßenhund wird als dreckig und als Überträger von Krankheiten gesehen und so wird es meist auch den Kindern vermittelt. Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Tiere ist demnach in Griechenland normal und Tierquälerei gilt als Bagatelle...

Vor dem Gesetz ist ein Tier eine Sache und muss etwas leisten, um sich sein Futter zu verdienen. Wird ein Tier krank oder z.B. für die Jagd untauglich, wird es „entsorgt“, d.h., ausgesetzt oder auf z. T. bestialische Art und Weise getötet.

Die Anzahl der Straßenhunde schätzt man auf circa 300.000, eine Zahl, die eher zunehmend ist, bedingt durch das immer wieder Aussetzen von nicht kastrierten Haushunden und die eher negative Einstellung vieler griechischer Hundebesitzer zum Thema Kastration. Hier herrscht bei vielen Hundebesitzern die Meinung, dass eine Kastration doch wider die Natur sei und die Hunde auch ihren „Spaß haben sollen“. Spricht man sie dann auf die vielen ausgesetzten Welpen an verkehrsreichen Straßen oder an die weggeworfenen Welpen in Mülltonnen an, so erhält man vielfach die Antwort, dass ihr Schicksal „nun in Gottes Hand liege“ und vielleicht hätte der eine oder andere ausgesetzte Hund ja das Glück, von irgendjemandem aufgenommen zu werden, die „Chance habe man ihm ja gegeben“.

 


Die Situation in Griechenland


49Um die Streunerpopulation effizient zu verringern, müssten mindestens 70 % der Straßentiere (Hunde und Katzen) kastriert werden!

Doch dies durchzusetzen, scheint schier unmöglich zu sein, obwohl das Kastrieren nicht nur gesetzlich gefordert, sondern auch der beste Tierschutz überhaupt ist und damit unendliches Leid verhindert werden könnte.

Private Tierschützer tun deshalb, was möglich ist und arbeiten bis an der Rand der psychischen, physischen und finanziellen Erschöpfung. Doch ohne staatliche Förderungen (die nicht existiert), ist es ein ständiges Hinterherlaufen und viele aufgefundene und halb verhungerte, im Straßenverkehr verletzte und einfach liegen gelassene oder angeschossene Hunde und Katzen, die von den Tierschützern durch mühsame und wochenlange Arbeit aufgepäppelt wurden, werden, nachdem man sie wieder in „die Freiheit“ entlassen und vorher auf eigene Kosten kastriert hat, ein paar Wochen später vergiftet oder erschossen oder überfahren wieder aufgefunden.

Dazu kommt, dass ausländische Tierärzte, die sich anbieten, um die dringend notwendigen Kastrationen durchzuführen, keine Tätigkeitsgenehmigung in Griechenland erhalten und seitens der Gemeinden die Notwendigkeit von Kastrationen verneint wird.

Ein ausländischer Tierarzt kann in Griechenland derzeit nicht tätig sein, da sein Diplom nicht anerkannt werden kann und damit eine Tätigkeit immer illegal sein würde. Die Genehmigung wird derzeit nicht mehr erteilt, da das die Richtlinie umsetzende Ministerialdekret außer Kraft gesetzt wurde und keine Behörde für entsprechende Anträge zuständig ist. Die zunächst in Aussicht gestellte Möglichkeit, dass ausländische Tierärzte mit einem griechischen Bürgermeister zusammenarbeiten dürfen, wenn ein Vertrag mit Zustimmung des jeweiligen Gemeinderates zustande kommt, ist damit hinfällig. (1)

Die Vermittlung von Hunden ins Ausland – als derzeit einzige Möglichkeit, das Leben der Hunde zu retten – wurde durch den Erlass des stellvertretenden Landwirtschaftsministers ebenfalls deutlich erschwert, ja fast unmöglich gemacht.

Auch ist es dadurch Privatpersonen nicht mehr erlaubt, mehr als 2 Hunde oder 2 Katzen zu halten, was ein ständiges Zittern bedeutet, da unsere Auffangstation jederzeit von der Behörde geschlossen werden könnte, da dort etwa 20 Hunde und 40 Katzen leben.

56Das Dilemma in Griechenland besteht letztlich darin, dass es zwar ein durchaus akzeptables Tierschutzgesetz gibt, dass dieses aber in der Realität nicht beachtet wird, dass fast lächerlich anmutende „Strafen“ bei Tierquälerei ausgesprochen werden (wenn es überhaupt dazu kommt), dass die Arbeit von griechischen Tierschützern durch irrwitzige Gesetzeserlässe erschwert wird, ausländische Tierärzte keine Kastrationen durchführen dürfen und dass deshalb so gut wie nicht kastriert wird – auch weil dafür kein Geld ausgegeben wird. Die Umsetzung der Rechte der Tiere und auch der Tierschützer ist angesichts einer massiven Propaganda gegen ausländische Tierschützer in Griechenland schwierig. Es werden Gesetze erlassen, die den Anschein erwecken, dass Fachleute ihre kostbare Zeit dazu nutzen, Hürden aufzubauen und die Straßentiere sich selbst zu überlassen - ohne logischen Grund.

Die bestehenden Durchsetzungsprobleme sind wohl nicht bei den Menschen selbst, die man täglich trifft, zu finden, sondern verantwortlich hierfür sind die Ministerien und die Gesetzgebung der Tierärztekammern.

Als Fazit kann man sagen, dass in Griechenland derzeit hinsichtlich des Tierschutz– oder Haustiergesetzes zunächst keine Beanstandungen erhoben werden können, dass jedoch die Umsetzung der Gesetze dem Gesetzestext entgegenläuft.

(1) Nach langen und anstrengenden Jahren sind die Tierärzte Thomas Busch und Ines Leeuw vom Förderverein Arche Noah Kreta e.V in Griechenland als Tierärzte anerkannt worden.



Griechenland und sein Tierschutzgesetz


recht© Thorben Wengert / PIXELIOIn Griechenland besteht nach wie vor ein großes Problem mit den Straßentieren. Da die wenigsten Tiere kastriert werden, wächst die Population stetig und die Behörden, die eigentlich für die Durchsetzung des grundsätzlich ausreichenden Tierschutzgesetzes zuständig sind, kommen Ihrer Verantwortung nicht nach.

Bei Anwendung des Gesetzes dürfte es - keine vergifteten Tiere in Griechenland geben - keine Tonnenhunde gehalten werden - keine Welpen in Mülltonnen geben - keine angeschossenen oder anders verstümmelten Tiere geben - nicht an Tierheimen mangeln - keine Hunde an kurzen Ketten, angebunden auf befahrenen Straßen, geben, die zum Teil jahrelang nicht einmal mehr als zwei Meter gelaufen sind und deren Halsbänder in den Hals eingewachsen sind.

All das gehört aber hier in Griechenland zum Alltag und nur sehr selten und wenn ein Täter erwischt wird, wird die Tierquälerei sanktioniert.

Das Tierschutzgesetz hat folgende Mankos:

  • Das Tier wird in Griechenland nach wie vor als Sache behandelt.
     
  • Ein Anspruch des Bürgers auf Durchsetzung der Anforderungen wird nicht eingerichtet, denn nach dem Gesetz muss jede Gemeinde ein Tierheim haben, aber es gibt nur ganz vereinzelt Tierheime, die dann meistens von privaten Organisationen oft illegal geleitet werden.
     
  • Es konzentriert sich eher auf Maßregeln der Tierhalter (maximal zwei Tiere, Hygienebestimmungen usw.), als auf den Schutz der Tiere selbst.
     
  • Es regelt beispielsweise, welche Behörde verantwortlich ist, die toten, überfahrenen Tiere von der Straße aufzusammeln, fordert aber nicht, ein angefahrenes Tier zum Tierarzt zu bringen.


Dazu kommt, dass die Gesellschaft nach wie vor die Tiere als Nutzgegenstände betrachtet und eine Partnerschaft zwischen Tier und Mensch verkannt wird. Die Strafverfolgungsbehörden halten Anzeigen gegen Verstöße des Tierschutzgesetzes für Hysterien und nehmen oft Anzeigen nicht an.

Die Behörden berufen sich auf mangelnde Finanzierungsmöglichkeiten, obwohl zugestanden wird, dass Gelder der Europäischen Gemeinschaft eigens für den Tierschutz von Straßentieren ausgeschüttet werden, die aber in den zuständigen Gemeinden nicht ankommen oder anderweitig verbraucht werden. Die vielen ausländischen Tierschutzorganisationen werden angegriffen und die Arbeit dieser Tierschützer wird schier unmöglich gemacht. Ausländische Tierärzte dürfen nicht in Griechenland tätig sein, die Umsetzung der entsprechenden Richtlinie ist außer Kraft gesetzt worden, so dass ein Tierarzt seine Zulassung nicht nachweisen kann und zum Teil sogar angezeigt wird, wegen Besitzes von unerlaubten Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Da die ausländische Hilfe abgelehnt wird (hauptsächlich von der griechischen Tierärztekammer und dem Argrarministerium), werden die Tiere selten kastriert und eine Problemlösung ist nicht in Sicht.

Ein Anfang kann in Griechenland nur für die Tiere gemacht werden, wenn den immer mehr umdenkenden Bürgern ein Instrument in die Hand gegeben wird, beispielsweise durch ein Europäisches Tierschutzgesetz, damit der bereits gesetzlich geregelte Tierschutz durchgesetzt werden kann.

Die Kinder müssen in den Schulen bereits lernen, dass Hunde keine Bakterienschleuder sind oder Katzen Unglück bringen, dass jedes Lebewesen ein Empfinden für Schmerz hat, dass jedes Straßentier ein zu Hause verdient hat und dass Kastrationen bei Problemen wie in Griechenland die einzige sinnvolle Hilfe sein können. Denn Tierschutz muss in Europa ein Recht für Mensch und Tiere sein und nicht mehr die bloße Möglichkeit, ein Tier retten zu können.

 


Beispiele des täglichen Tierelends in Griechenland
 

Wer sich in Griechenland für den Tierschutz einsetzt, wird zwangsweise immer wieder mit den verschiedensten Varianten des Leidens konfrontiert. Im den folgenden Kapiteln habe ich Ihnen Beispiele zusammengestellt.

 

Die Tonnenhunde von Griechenland

TonnenhundMan sieht sie in ganz Griechenland: Hunde, die an einer viel zu kurzen Kette ihr ganzes Leben verbringen müssen, in schmutzigen Hinterhöfen voller Müll und Unrat, an Wegrändern, Gartengrund-stücken, auf Firmengeländen.

Sie können niemals springen und laufen, nicht mit anderen Hunden spielen und jagen, sich nicht „beschäftigen“, sie können nur eines: einfach nur daliegen, und das Tag für Tag und meist ganz alleine und ohne jegliche Ansprache. Oft in der prallen Sonne und im Winter ohne Schutz vor Nässe und Kälte.Es ist furchtbar, mit ansehen zu müssen, dass ein Hund, der ein so aktives, geselliges und menschenbezogenes Tier ist und unsere Nähe sucht, zu einer solchen Passivität und Isolation gezwungen wird.

TonnenhundManchmal stellen ihnen ihre Besitzer als Zuhause eine alte und rostige Blechtonne zur Verfügung, weshalb diese angeketteten Hunde auch als „Tonnenhunde“ bekannt sind.

Handelt es sich dabei um einen Jagdhund, hat er vielleicht das Glück, einmal im Jahr für ein paar Wochen springen und rennen zu dürfen - da er damit „seinen Zweck erfüllt“ -, die restlichen 10 Monate hängt er dann wieder an der Kette. Jagt er nicht nach den Vorstellungen seines Besitzers, dann bleibt er entweder nur noch an der Kette oder er wird „entsorgt“.

 


Ausgesetzte Haustiere
 

In Mülltonnen entsorgt, auf verlassenen Inseln zum Sterben zurückgelassen, in Erdlöcher und tiefe Schluchten geworfen, irgendwo in der Einsamkeit ausgesetzt fristen sie ihr trauriges Dasein.
Obwohl laut Gesetz verboten, werden viele Haustiere, derer man überdrüssig geworden ist, ausgesetzt; entweder, weil sie keinen Nutzen mehr haben, oder weil man kein Geld für notwendige tierärztliche Maßnahmen ausgeben will. Oft handelt es sich dabei auch um Welpen, die in Mülltonnen geschmissen oder in tiefe Schluchten oder tiefe Erdlöcher geworfen werden, aus denen es kein Entrinnen gibt und in denen sie – wenn sie nicht schon an ihren sturzbedingten Verletzungen sterben – jämmerlich verhungern und verdursten.


Das Hundegrab nahe der Schlucht der Heiligen Irene

Hundegrab Unglaublich, aber wahr! Ein Loch nahe dem Eingang der Schlucht der Heiligen Irene wurde tatsächlich zum Hundegrab. Unbekannte haben in dieses Loch ihre Tiere geworfen. Mitglieder des tierfreundlichen Vereins Chania „Schutz der Tiere“ suchten mit einem Bergsteiger die Region auf. Der Bergsteiger stieg 18 Meter tief in das Loch hinab und entdeckte einen verängstigten Jagdhund, den er vor dem Tod rettete.

Die Mitglieder des tierfreundlichen Vereins „Schutz der Tiere“ erklären: „Vor wenigen Tagen wurden wir über unser Vereinstelefon informiert, dass an einer Stelle nahe dem Eingang der Schlucht der Heiligen Irene ein senkrechtes Loch existiert, aus dem Hundegebell zu hören ist. Diese Stelle befindet sich nahe der Hauptstraße und ungefähr 80 Meter vom Eingang zur Schlucht entfernt. Am vergangenen Samstag suchten Mitglieder unseres Vereins diese Region auf und stellten fest, dass die Anschuldigung wahr ist. Tatsächlich existiert ein Loch von unbestimmter Tiefe, aus dem Hundegebell zu hören war, während ringsum unerträglicher Gestank herrscht und es Millionen von Fliegen sowie Überreste von Häuten von Schafen gibt. Die Feuerwehr wurde informiert, und es kam sofort ein Fahrzeug von der Zweigstelle Kampanos. Leider jedoch war es für die Feuerwehrleute unmöglich, etwas für die verzweifelten Hunde zu tun, nachdem sie nicht über geeignete Mittel verfügten.

Bewohner der Region informierten uns, dass der Ort unter Einheimischen „das Hundegrab“ heißt und dass früher schon gewissenlose Menschen dort systematisch ihre Hunde bei lebendigem Leib hineingeworfen haben und ganz allgemein herrenlose Tiere, die so zu einem langsamen und grausamen Tod verdammt waren.

Vorausgesetzt, sie hatten den Sturz überlebt, waren sie gezwungen, dass im Kampf ums Überleben der eine den anderen fraß. Bewohner der Region behaupten auch, dass gewisse Leute alles Schlechte in diesem Loch verschwinden lassen, so auch kranke und sterbende Schafe und Ziegen, die für die öffentliche Gesundheit gefährlich sind.

Wir hatten uns mit Herrn Georgio Perrakis verabredet, Mitglied des Bergsteigervereins Chania und Höhlenforscher, der kam, die Situation abschätzte und dann anbot, zu versuchen, sich den verzweifelten Tieren zu nähern.

6Unser Verein zeigte die Tatsache schriftlich dem Herrn Bürgermeister von Ost-Selinos, Herrn Papanderos, an, außerdem auch der Veterinärbehörde Chania.

In der Sitzung, die wir am gleichen Tag mit Herrn Papanderos hatten, informierte er uns, dass er von der Existenz dieses Loches weiß und aus Eigeninitiative hatte Eisengitter anbringen lassen, damit niemand hineinfallen kann. Gewisse Leute jedoch hatten die Eisen mit speziellen Werkzeugen zerschnitten, damit sie ungestört ihr Werk fortsetzen konnten. Wir informierten ihn über die Anstrengungen, die wir unternehmen wollten, um die Tiere zu befreien und er sagte zu, den Eingang nach Abschluss unserer Versuche wieder zu verschließen.

Am Nachmittag des gleichen Tages ging eine Gruppe Freiwilliger mit Herrn Perrakis zu der Stelle, wo wir feststellten, dass in der Tat ältere Gitter existierten, die durchgeschnitten worden waren.

Wir hatten den Eindruck, dass mehrere vorbeifahrende Autofahrer aus Neugierde anhielten, und als sie hörten, dass wir Mitglieder eines Tierschutzvereins sind, fragten sie spontan, ob man schon wieder Hunde hinunter geworfen habe, was bedeutet, dass die Bewohner der Gegend Bescheid wussten, aber leider niemand etwas gesagt hatte.

Schließlich stieg Herr Perrakis unter Lebensgefahr in das Loch, wo er in etwa 18 Meter Tiefe eine verängstigte Jagdhündin entdeckte, etwa 8 Jahre alt, wie uns der Tierarzt Herr Bizyrakis sagte. Sie hatte sicher ihre Fähigkeit zu jagen verloren, und ihr Besitzer hatte deshalb beschlossen, dass sie ihm nicht mehr von Nutzen war. Nach einer enormen Anstrengung schafften wir es, das Tier an die Oberfläche zu bringen, enorm deshalb, weil es groß und der Eingang des Lochs sehr eng war.

7Glücklicherweise war es in einem verhältnismäßig guten Zustand - leicht verwundet an den Hinterbeinen, möglicherweise vom Sturz. Es ist ein besonders freundlicher Hund, der uns die Hände leckte, um uns seine Dankbarkeit zu zeigen und bei uns Allen Mitgefühl erzeugte.

Wir hatten nicht den Eindruck, dass das Tier abgemagert war. Wie uns jedoch Herr Perrakis mitteilte, befanden sich im Loch riesige Mengen toter Tiere, Schädel von Böcken, Abfälle und Felle, und das Tier hatte sich davon ernährt. Es gibt da unten auch stehendes Wasser. Der Gestank sei jedoch unerträglich und es gebe unzählige Kolonien von Insekten. Man fragt sich, wie lange das bedauernswerte Tier gezwungen war, in dieser Umgebung zu leben. Niemand kann uns das sagen.

Als Verein waren wir in letzter Zeit ununterbrochen konfrontiert mit der menschlichen Gleichgültigkeit und der Grausamkeit bestimmter Leute den Tieren gegenüber. Auf vielen Straßen sehen wir angekettete Tiere, abgemagert, der Sonne und dem Regen ausgesetzt - gelegentlich in der Nähe von irgendeinem Fass, und anstelle von Nahrung hat man für sie Abfälle hingeworfen, womit bewiesen wird, dass es an Respekt gegenüber den Tieren und der Umwelt mangelt.

Diese Tiere sind gefangen und wehrlos, ohne irgendein Recht. Auch wenn wir anhalten und ihnen etwas Wasser geben – eine geringe Kleinigkeit also –, lecken sie uns die Hände ab und wedeln mit ihren Schwänzen vor Dankbarkeit.

Die Rettung dieses Tieres – eines Tieres nur – von den hunderten, die tatsächlich in diesem Loch versenkt worden sind, war ein unerwartetes Geschenk. Wir hoffen, zukünftig nicht mehr mit ähnlichen Ereignissen konfrontiert zu werden, weder dort, noch in anderen Regionen unserer Präfektur.“


Quelle: „CHANIOTIKA NEA“, Donnerstag, 24. April 2008

 


Zurückgelassen auf einer einsamen Insel
 

8Der Hilferuf eines englischen Seglers, der ausgesetzte Hunde auf einer unbewohnten Insel fand, machte dieser Tage die Runde in Tierschutzkreisen, nachdem dessen Bitte an die Athens News um Veröff-entlichung ungehört verhallt war.

„Wir segelten kürzlich im Golf von Korinth und fanden fünf verlassene Hunde auf einer unbewohnten kleinen Inselgruppe, die Alkoniden genannt werden. Sie sind auf der Insel Daskalio, auf der sich lediglich ein verlassenes Kloster befindet. Die Tiere waren noch in einigermaßen guter Verfassung, aber es fehlte ihnen Wasser. Sie hatten bisher offenbar dadurch überlebt, dass sie Möwen und deren Eier fraßen, aber es gibt keinerlei Wasser auf der Insel. Wir haben ihnen 25 Liter da gelassen und an einer Mauer für andere Boote die Nachricht gepinselt, sie ebenfalls bitte mit Wasser zu versorgen.

Leider haben wir selbst bereits fünf Hunde und konnten sie deshalb nicht mitnehmen, aber es brach uns fast das Herz, sie zurück lassen zu müssen. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie einen Bericht über deren schreckliches Schicksal veröffentlichen würden, damit ihnen jemand helfen kann, bevor sie sterben. Auf der Nachbarinsel Zoodokos Pigi ist ebenfalls ein Kloster, das anscheinend gerade wieder aufgebaut wird. Wir trafen den örtlichen Popen und berichteten ihm von der Notlage dieser Tiere, aber er schien nicht sonderlich interessiert zu sein.“

14Foto : Claudia StellatouDie beiden circa 2-3 Tage alten Welpen wurden an einem Strand ausgesetzt und hatten keine Überlebenschance http://www.kefalonia-animal-trust.de/

Am Touristenstrand ausgesetzter Junghund, wahrscheinlich von Auto angefahren Foto : Claudia Stellatou; http://www.kefalonia-animal-trust.de/

16
Die Besitzer von weiblichen Hunden sind verpflichtet, die Vermehrung der Tiere nicht zu fördern und für deren Kastration zu sorgen, sofern sie nicht beabsichtigen, die Welpen zu behalten oder diese nicht an neue Besitzer vergeben können. Das Nichteinhalten dieser Vorschrift ist die Hauptursache des Streunerproblems. Einerseits wird es als Eingriff wider die Natur angesehen, ein Tier zu kastrieren, andererseits sind es auch die finanziellen Kosten, vor denen sich viele Haustierbesitzer scheuen.



Misshandeln, Vernachlässigen und Töten von Straßenhunden


19Obwohl das griechische Tierschutzgesetz das Töten verbietet und den Hundebesitzern auferlegt, für das Wohlergehen ihrer Tiere und eine mindestens einmal jährliche tierärztliche Untersuchung zu sorgen, werden die Tiere oft gequält oder getötet; Strafen werden so gut wie nicht ausgesprochen.

20

Sowohl bei den oft ausgesetzten Hunden, aber auch bei vielen „Haus -u.Kettenhunden“ werden die Halsbänder aus der Welpen-oder Junghundzeit nicht entfernt. Diese wachsen dann mit dem Wachstum der Hunde in den Hals ein, was zur ständigen Strangulation und furchtbaren Schmerzen führt.

Diese Hündin (oben recht) wurde von Kindern mit Draht an einen Baum angebunden, das Bein ist langsam abgestorben und hängt nur noch in kleinen Fetzen am Stumpf. Hochträchtig, immense Schmerzen - was hat dieser Hund mitgemacht... Quelle : www.tiere-in-not-griechenland.de

22Der Besitzer einer läufigen Hündin (rechts) fühlte sich durch diesen Rüden belästigt und griff zum Messer, weil der Hund ständig vor der Haustür wartete. Foto : Claudia Stellatou; www.kefalonia-animal-trust.de

Besonders beliebt ist das Schiessen von Jägern auf Hunde oder Katzen, in Ermangelung an einer geeigneten Beute - wobei das Thema Jagd ein Kapitel für sich in Griechenland ist.



Die Erhängten von Kos


24Nicht nur die Straßentiere werden Opfer grausamer Tötungen und Tierquälerei, auch Jagd- und Hütehunde, die entweder nicht zur Jagd geeignet sind, krank sind oder „ausgedient“ haben, erleiden ein ähnliches Schicksal. Bei Jägern und Hirten ist das Erhängen eine beliebte „Entsorgungsmethode“, die oft auch als Bestrafung des armen Tieres betrachtet wird. Der grausame Fund auf der Insel Kos im März 2008, bestätigt das.

Die Gehängten von Kos schockieren Tierfreunde
Cordelia Madden

Die Entdeckung von neun erhängten Hunden nahe einem Urlaubsort von Kos hat einen Aufschrei von griechischen und internationalen Tierschutzgruppen hervorgerufen, um örtliche Obrigkeiten in Zukunft den Schutz von Streunen nahe zu legen. Die Hunde wurden am 1. März in einem Vorort von Kardamena an einem Baum erhängt gefunden. Zwei Jagdhunde dürften erst vor kurzem dort erhängt worden sein, die anderen befanden sich in verschiedenen Stadien der Verwesung.

Augenzeugen berichten, dass die Hunde offensichtlich lebendig erhängt wurden. Die Bilder vom Baum des Entsetzens gingen um die ganze Welt, dies veranlasste den Bürgermeister von Irakleidon, Stergos Billis, einen offiziellen Kommentar am 12. März dazu zu geben, in dem er seine Traurigkeit und Empörung über den Vorfall ausdrückte. „Wir verurteilen diese grauenhafte und barbarische Tat zutiefst“, heißt es in dem Statement, „ich möchte jedem versichern, dass dies nicht die Tierliebe unserer Bevölkerung zeigt (…) Der Vorfall wurde der Justiz und Polizei gemeldet, um den Täter einzusperren und zu bestrafen“.

Vangelis Trakossas, einer der Terschützer der Insel, sagt: „Die Polizei hat versucht, Stellungnahmen zu bekommen, doch die Bevölkerung schweigt. Trakossas wurde von einem Landwirt gefragt: „Wenn ein Hund deine Hühner umbringt, würdest du ihn nicht auch aufhängen?“

Der Bürgermeister hat Trakossas für die Zukunft Hilfe für die Kastration von Streunern zugesagt. Die Obrigkeiten wollen ein Fang – Kastrations – Freilassungsprogramm für heimatlose Hunde entwickeln, basierend auf dem griechischen Gesetz (No.) 3170. Trakossas sagt, dass sich diesbezüglich nichts auf Kos getan hat. Der in Großbritannien stationierte griechische Tierschutz hat eine Belohnung von 2000 Euro zur Ermittlung des Täters ausgesetzt.

ATHENS NEWS, 14/03/2008 Quelle: www.tirolertierengel.com



Vergiften von griechischen Straßenhunden
 

31Vergiftungsaktionen haben regelrecht Tradition in einigen Ländern. Griechische Tierschützer berichten, dass die Streuner früher auf ein Boot gebracht und weit draußen auf dem Meer über Bord geworfen wurden. Die Hunde sind dann nach stundenlangem Schwimmen ertrunken. Es war allgemein bekannt, dass das so gemacht wurde. Vergiftungen sind erst üblich, seit es überall diese Chemikalien zu kaufen gibt.

Es werden regelmäßige Vergiftungsaktionen in den Städten durchgeführt, deren Urheber oder Verantwortliche aber nie bekannt werden. In den Metropolen gibt es niemanden, der zugibt, für Vergiftungen zu sorgen, aber in regelmäßigen Abständen sterben Streuner an Gift. Es gibt aufgrund der örtlichen und zeitlichen Gegebenheiten der Vergiftungen Vermutungen, dass die Müllabfuhr mit dem Auslegen der Köder beauftragt wird, aber das sind nur Spekulationen, die sich nicht beweisen lassen.

Die systematischen und flächendeckenden Vergiftungen von Bezirk zu Bezirk lassen aber eindeutig durchblicken, dass hier eine größere Organisation und ein geplantes Handeln höherer staatlicher Organe vorliegt. Es wird aber niemand von offizieller Seite sagen, dass organisiert vergiftet wird.

Tierschützer berichten, dass es in den Dörfern meistens eine gewisse Anzahl Leute gibt, die regelmäßig vergiften. Das sind private Aktionen, die angeblich nichts mit dem Bürgermeister oder einer übergeordneten Instanz zu tun haben. In den Dörfern wird ganz offen darüber gesprochen, wenn jemand Gift auslegt. Es ist ebenfalls normal, dass damit gedroht wird, wenn es Probleme mit Hunden gibt. Der persönliche Besitz ist ein höheres Gut als das Leben eines Streuners, der eben diesen bedroht. Es werden auch keine Alternativen gesehen, z. B. die Hühner evtl. durch Zäune oder Ställe vor den Hunden zu schützen, so wie wir es hierzulande tun, um Schäden durch Füchse oder Marder zu verhindern. Den Leuten in den Dörfern geht es oft auch finanziell sehr schlecht. Gift ist billiger als ein Zaun und es macht weniger Arbeit.

35In touristischen Orten ist die Lage wieder anders. Dorthin kommen viele Urlauber aus den Großstädten und setzen häufig dort ihre überflüssig gewordenen Hunde aus. Im Winter werden süße Welpen angeschafft, die bis zum Sommerurlaub groß sind und in der Stadtwohnung stören und zu viele Ansprüche stellen. Dann fahren die Familien im Sommer in ihr Ferienhäuschen. Wenn sie wieder abfahren, wird der Hund im Urlaubsort zurückgelassen: dort ist es idyllisch und schön und dort wird es dem Hund sicherlich gut gehen. Fast wird das schon wie ein Befreiungsakt für den Hund betrachtet: er kann wieder sein natürliches Leben als Tier in der Freiheit leben.

Tierschützer wissen: Wenn man irgendwo hinkommt und es sind keine Streuner mehr da, wo vorher regelmäßig welche gesehen wurden, dann sind sie kurz vorher vergiftet worden. Die jahrzehntelange Tradition des Vergiftens ist der beste Beweis dafür, dass Gift keine Lösung für das Streunerproblem ist. Kastrationsaktionen helfen, wenigstens das Weitervermehren zu verhindern.

Das größte Problem sind aber die Menschen, die sich niedliche (Rasse-)Welpen aus privaten Zuchten oder aus Ostblock-Importen z. B. im Pet-Shop kaufen und diese Tiere, wenn sie erwachsen und lästig oder gar krank werden, einfach vor die Tür setzen. Das ist das eigentliche Problem der Streunermassen und damit ein hausgemachtes.

25Das Desinteresse vieler Menschen gegenüber den Bedürfnissen und der Lebensweise der nichtmenschlichen Kreatur führt zu romantischen Phantasien vom „Leben in freier Wildbahn“ und so wird das Gewissen derer rein gewaschen, die ihren Familienhund auf die Straße entsorgen. Der Akt des Aussetzens wird wie ein „Entlassen in die Freiheit“ gewertet und vor den vielen elenden, hungernden Streunern werden die Augen verschlossen. Die haben natürlich nichts mit dem eigenen freigelassenen Hund zu tun...

Autor: Stefan Grothus Dieser Artikel ist samt Fotos unter einer Creative Common Lizenz veröffentlicht und lizensiert.

Am Abend des 28. Januar 2009 wurden 5 Hunde am Hauptplatz von Ioannina vergiftet. Am nächsten Tag wurden weitere 11 Straßenhunde in einer Parkanlage von Ioannina ebenfalls vergiftet. Weiterhin wurde von Tierfreunden, die in Ioannina Straßentiere füttern, berichtet, dass viele plötzlich verschwunden sind. Im Wahlkampf 2004 bot sich zwei Tage vor dem Besuch eines prominenten Politikers das gleiche Bild am Hauptplatz von Ioannina, wo dieser seine Rede halten sollte. Dieselbe Behörde, derselbe Bürgermeister, dieselbe einfache Lösung - 13 vergiftete Hunde.

Quelle: Vesna Jones Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Tierheime und „Animal Hoarding“
 

1) Staatliche Tierheime
41

Eine andere Nichteinhaltung des Tierschutzgesetzes kann man an Hand der wenigen staatlichen Tierheime sehen, von denen die meisten in einem katastrophalen Zustand sind. Hinzu kommt der erschwerende Umstand, dass es kaum eine Chance gibt, die Tiere in Griechenland zu vermitteln. Üblicherweise werden reinrassige Tiere von einem Züchter bevorzugt. In letzter Zeit werden auch Hunde mit angeblichem Stammbaum in den zahlreichen „Petshops“ gekauft oder aus anderen osteuropäischen Ländern, legal oder illegal, eingeführt.

42

43






Tierheim der Gemeinde Katerini 2008: Quelle: Peter Kahr; www.tirolertierengel.com

 

44

Tierheim der Gemeinde Polygyros, Mai 2006 - Fotos: www.tirolertierengel.com

2) Animal Hoarding

Falsch verstandene „Tierliebe“ kann auch dazu führen, dass „Tierschützer“ Hunderte von Hunden auf Privatgeländen horten – meist ohne Kastration und ohne tierärztliche Versorgung; Viele dieser Tiere werden krank und sterben.

47

„Tierheim“ Samaras in Micra/Thessaloniki - Quelle: www.tieraerzte-pool.de

48

Typische „Welpenstation“, voller Schmutz/Exkremente – hier sind schwerste Infektionskrankheiten vorprogrammiert. 

51

Dieser Hund hat sich aufgegeben

53 Foto: Peter KahrThessalien 2008: 300-400 nicht kastrierte Hunde, ohne tierärztliche Betreuung Gemäß Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes ist es gestattet, 2 Hunde oder 2 Katzen oder 1 Hund und 1 Katze zu besitzen...

54 Foto: Peter KahrDiese Hündin lebt in einem Erdloch bei einer Tiersammlerin in Thessalien, neben ihr ihr toter Welpe. Auf diesem Gelände leben einige hundert Hunde, ohne kastriert zu werden und ohne tierärztliche Versorgung.